Wie alles begann

Es begann mit einem Schraubenzieher, den ich aus unserem Werkzeugkoffer zog. Dabei schoss mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf, wie viel Werkzeug wohl in deutschen Kellern und Schränken vor sich hin dümpelt, ohne jemals genutzt zu werden. Der Gedanke nahm Fahrt auf: wie praktisch wäre es, wenn die Menschen untereinander die Dinge, die sie selten oder gar nicht benutzen, tauschen würden? Die Idee gefiel mir und ich erzählte meiner Familie und einigen Freunden davon. Eines kam zum anderen und schnell war klar: das Interesse am Tauschen ist da.

Ich beschloss also – gemeinsam mit meinem Freund Andreas – den Versuch zu wagen und einen Tauschtag zu organisieren. Der Anruf beim Bürgermeister war vielversprechend, er wollte die Idee unterstützen und einen Raum zur Verfügung stellen (letztlich wurde es aus terminlichen Gründen das Pfarrheim, was aber auch kein Problem war, denn auch der Pfarrer zeigte sich aufgeschlossen). Wochenlang plante und wuselte ich, entwarf Flyer, schrieb Pressemitteilungen, überlegte mir ein Konzept. Der erste Tauschtag rückte näher – und ich hatte keinen Schimmer, ob überhaupt irgend jemand mitmachen würde. Der Redakteurin des Magazins „Griaß di“, die gerne groß über den Tauschtag berichten wollte, sagte ich am Telefon etwas hilflos, dass ich wirklich nicht einschätzen könne, ob es überhaupt etwas zu berichten gibt. Die Pfarrsekretärin hatte mich bei der Schlüsselübergabe gewarnt: Ich solle nicht enttäuscht sein, wenn die Resonanz gering sein würde, es brauche in einem Dorf eben seine Zeit, bis sich so etwas herum spricht.

Dann am Abend vor der Veranstaltung, zum ersten Abgabetermin der Tauschobjekte, tröpfelten die ersten Tauschfreudigen ein. Es waren allerdings nur etwa zehn. Es blieb also ein Gefühl der Ungewissheit, als wir um 18 Uhr das Pfarrheim absperrten und nach Hause gingen.

Doch alle Sorgen waren umsonst: am nächsten Vormittag, zum zweiten Abgabetermin, kamen dann noch viele Menschen, die mitmachen wollten. Und es machte richtig großen Spaß. Am Abend waren Andreas und ich platt: den ganzen Tag hatten wir Objekte auf Tischen und Kleiderstangen drapiert, Gutscheine verteilt und entgegen genommen, erklärt, aufgeräumt, und und und.

Danach war uns klar: das Konzept geht auf und das wird nicht der letzte Tauschtag gewesen sein.

1 Kommentar zu „Wie alles begann

  1. Super Idee – Gratuliere zur Homepage!

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